Die Adelbergkirche![]() Mehrere Jahrhunderte gehörte unsere Gegend, wie auch grosse Teile der Schweiz, zu Vorderösterreich. Land und Leute waren also vorwiegend katholisch. Als sich zum Bau des Kraftwerks unzählige Arbeiter mit ihren Familien hier ansiedelten, nahm auch die Zahl der Protestanten ganz erheblich zu, so dass der Ruf nach einem evangelischen Gotteshaus immer lauter wurde. Zunächst hielt die kleine Diasporagemeinde ab dem Jahre 1898 regelmässig monatlich Gottesdienst, evangelische Versammlungen und Konfirmandenunterricht im Saal der 1894 erbauten und nur durch die Bahnschranken von der späteren Kirche getrennten „Sängerhalle" ab. So war es nicht verwunderlich, dass bereits im Jahre 1899, durch den Umbau der Ott´schen Scheune, einem Anwesen auf dem Adelberg, die kleine Kirche gleichen Namens entstehen konnte. (Übrigens wurde im gleichen Jahr die katholische, sog. Notkirche gebaut). Der Preis für das Baugelände betrug damals 40.000.- Mark, während sich die Umbaukosten auf 10.000.- Mark beliefen. Der Baumeister hiess Wilhelm G. Ehmig. Das Schriftwort bei der festlichen Einweihung am 17. September 1899 lautete: „Der Herr ist in seinem Tempel, es sei stille vor ihm alle Welt!". Das Adelbergkirchlein ist ein einfacher rechteckiger Bau mit Satteldach. Er erhielt seine Prägung durch neogotische Formen in den spitzbogigen Fenstern und dem steilen Pyramidendach des Türmchens, dem sog. Dachreiter. Der Eingang auf der Westseite ist durch einen spitzbogigen Vorbau mit Satteldach geschützt. Das Innere der Kirche ist äusserst schlicht und entbehrt völlig des sakralen Charakters. Es bietet nur etwa 150 Personen Platz, obwohl es damals schon etwa 500 Evangelische gab. Trotzdem mussten sie noch 38 Jahre warten, bis die heutige ev. Christuskirche gebaut wurde. Heute finden regelmässig altkatholische Gottesdienste in dem Kirchlein statt; ebenso wird es gerne auch für kleinere Hochzeiten genutzt.
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